Erdbeben in Nepal

Schweres Erdbeben erschüttert Nepal

Am Samstag, den 25. April 2015, erschütterte ein schweres Erdbeben der Stärke 7,9 Nepal und forderte viele tausende Opfer. Die Situation der Menschen wurde in den darauffolgenden Tagen durch mehrere Nachbeben verschlimmert. Am 12. Mai gab es ein weiteres großes Beben der Stärke 7,3. In der Hauptstadt Kathmandu wurden ganze Stadtteile zerstört, Weltkulturdenkmäler vernichtet, die Menschen haben alles verloren. Die meisten Menschen in der Hauptstadt und in vielen Dörfern lebten viele Monate in provisorischen Unterkünften. Familien wurden auseinandergerissen, eine Million Kinder sind betroffen. In den Dörfern herrschte Chaos, die Zugangswege waren teilweise unpassierbar. Der Wiederaufbau in vielen Dörfern kam nur sehr schleppend voran, auch weil die Grenze nach Indien im Herbst 2015 blockiert war und und das Land in eine weitere Kriese stürzte (Mehr dazu hier). Auch Jahre nach dem Erdbeben ist in manchen Dörfern noch immer keine Hilfe angekommen.

Situation unserer Pflegefamilie direkt nach dem Erdbeben

Mit großer Dankbarkeit haben wir erfahren, dass es trotz dieser schlimmen Situation im Land allen Angehörigen unserer Pflegefamilie soweit gut geht. Die Eltern sowie ihre älteste Tochter waren zum Zeitpunkt des ersten Bebens in Kathmandu. Einige persönliche Gegenstände, darunter ein Laptop, mussten sie im einstürzenden Hotel zurücklassen. Mutter Rekha wurde zudem leicht verletzt. Zwei Tage und Nächte haben die Eltern daraufhin in Kathmandu im Freien verbracht, getrennt vom Rest der Familie. Am Montag nach dem Beben konnten sie schließlich den Bus zurück nach Pokhara nehmen. Bei dem zweiten Beben ist niemand aus der Familie zu Schaden gekommen. Ihr Haus in Pokhara wurde nicht beschädigt, lediglich das kleine Nebenhaus, in dem bisher Großmutter, Tante und der älteste Sohn der Familie gelebt hatten, ist nicht mehr bewohnbar. Alle Familienmitglieder schliefen noch Wochen nach dem Erdbeben auf dem Boden im Erdgeschoss, um bei größeren Beben schnell ins Freie gelangen zu können. Die Angst vor weiteren Beben ist und bleibt groß. Jedoch hat sich das Leben unserer Pflegefamilie mitterweile größtenteils normalisiert.

Soforthilfe mit Luftfahrt ohne Grenzen und Nepali Samaj

Direkt nach dem ersten Erdbeben am 25. April haben wir uns mit dem Verein Nepali Samaj e.V. zusammen getan und gemeinsam mit Wings of Help – Luftfahrt ohne Grenzen e.V. Hilfe für die Betroffenen nach dem Erdbeben in Nepal organisiert. Unterstützt wurde diese Aktion auch vom General- und Honorarkonsul von Nepal, Herrn Bodo Krüger. Unser gemeinsames Anliegen war und ist es, Hilfe zu leisten, die dort ankommt, wo sie benötigt wird. Unsere Rolle als Sahaya bestand vor allem darin, den gemeinsamen Spendenaufruf zu unterstützen. Dafür wurden von unserer Seite keine Spendengelder eingesetzt, sondern lediglich die Soforthilfe von LOG kommuniziert. Zunächst war geplant, einen Hilfsflug mit dringend benötigten Hilfsgütern nach Nepal zu schicken. Diese Aufgabe wurde nach Aussage von LOG vor allem durch die Tatsache erschwert, dass es nach dem Erdbeben in Nepal keine gute Koordination der Hilfsmaßnahmen von Seiten der Regierung gab. Schließlich beschloss die nepalesische Regierung im Mai 2015, Zölle auf Hilfsgüter zu erheben. Zu dieser Zeit war Shiva Adhikari von Nepali Samaj e.V. persönlich in Kathmandu. Aufgrund der angesprochenen Schwierigkeiten beim Senden von Hilfsgütern nach Nepal wurde daher beschlossen, das Geld direkt vor Ort einzusetzen. Unter anderem wurden von den Spendengeldern feste Unterkünfte für Familien erworben, deren Häuser bei dem Erdbeben eingestürzt sind. Auch Sanitäranlagen wurden gebaut, um die Hygiene und damit die Gesundheit der Menschen zu gewährleisten. LOG möchte außerdem einige langfristigere Projekte im Bereich Medizin / Hygiene mit den Spendengeldern unterstützen. Informationen dazu finden sich auch auf der Seite von LOG.

Nachhaltige Hilfe mit unserer Partnerorganisation vor Ort

Uns war außerdem von Anfang an klar: Auch wir von Sahaya wollen eigene Projekte vor Ort zusammen mit unserer Partnerorganisation starten. Dafür brauchten wir etwas Vorlaufzeit, um uns zu organisieren und vor allem auch mit unserem Projektkoordinator und Pflegevater Dan Bahadur in Nepal abzustimmen. Dieser wiederum hat sich in den ersten Tagen und Wochen nach dem Beben selbst in einigen Dörfern einen Überblick über die Situation verschafft.

Dank vieler Spenden konnten wir in drei betroffenen Dörfern in Dhading sehr direkte und schnelle Hilfe leisten. Hier wohnen Menschen, die normalerweise keine Hilfe erwarten können: Angehörigen der niedrigsten Kasten, der sogenannten „Unberührbaren“, der Chepang und Dalit. Unsere Zusammenarbeit hierbei klappte super: Bereits im Mai konnten so dringend benötigte Lebensmittel, Babynahrung und Zeltplanen an die drei Dörfer geliefert werden. Mit dieser Hilfsaktion haben wir über 500 Menschen, unter ihnen viele Kinder und schwangere Frauen, erreicht.

Im nächsten Schritt konnten wir dort im Juni 2015 zwei komplett zerstörte Grundschulen wieder aufbauen. Die “provisorische” Bauweise mit lokalem Bambus und Wellblech erwies sich auch für die Monsunzeit als so stabil, dass sogar nepalesische Medien über dieses Vorzeigeprojekt berichteten. Zusätzlich dazu statteten wir die beiden von uns gebauten sowie eine weitere Schule mit Tafeln und Schreibmaterialien aus. Seitdem konnten noch einmal Lebensmittel geliefert werden.

Anschließend planten wir den Wiederaufbau der zerstörten Wohnhäuser eines besonders stark betroffenen Dorfs, in dem ausschließlich Angehörige der „Chepang“ leben. Dhan Bahadur hat die Situation der einzelnen Familien und Häuser bereits per Fragebogen erfasst. Seither ist er mit den lokalen Behörden im Gespräch über den Aufbau. Aufgrund der ständig wechselnden Regierungsbeamten (es gab im Mai 2017 wieder Komunalwahlen), ist es jedoch schwierig eine Baugenehmigung zu erhalten. Aktuell können wir nicht absehen, wann wir mit dem Bau der ersten Häuser starten können. Aufgrund der langen Verzögerung und ist Dan Bahadur jedoch bereits mit den Dorfbewohnern im Gespräch über Alternativen, um sinnvolle Hilfe zu leisten. Wir werden euch natürlich über den Verlauf informieren. Bei weiteren Fragen könnt ihr euch gerne melden!

Wenn du uns dabei helfen willst den Menschen in Dhading zu helfen, dann spende auf unser Spendenkonto:

Kontoinhaber: Sahaya – Hilfe für Nepal e.V.
IBAN: DE36830654080004746481
BIC: GENODEF1SLR
Kreditinstitut: VR-Bank Altenburger Land / Deutsche Skatbank
Verwendungszweck: Erdbebenhilfe

Oder direkt über unser integriertes Spendenformular von betterplace.org für unsere Erdbeben-Projekte:

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