Physiotherapie für Kinder mit Behinderung

rebeccaSeit 2016 unterstützen wir die Organisation SGCP (Self-help Group for Cerebral Palsy), die Kinder mit zerebraler Kinderlähmung behandelt – in Nepal etwas ganz besonderes, da es für Kinder und Menschen mit Behinderung normalerweise keine Unterstützung gibt. Das Zentrum wird vor allem durch Spenden finanziert. 2015/16 wurden 1762 Kinder behandelt. Weitere Kinder nehmen an Schulprojekten o.ä. teil. SGCP engangiert sich ebenfalls für die Aufklärung über Gesundheit in der Schwangerschaft und der Geburt, um die Zahl der Kinder mit zerebraler Kinderlähmung in Zukunft zu senken. Mit unserem Projekt sorgen wir dafür, dass mehr Kinder mit zerebraler Kinderlähmung in Nepal physiotherapeutisch behandelt werden können.

Auf dieses wichtige Projekt aufmerksam geworden sind wir durch Rebecca aus dem Kleinwalsertal, die Sahaya bereits seit Ende 2015 unterstützt. Gemeinsam mit Sabine und der Offenen Jugendarbeit Kleinwalsertal hat sie seither mit unterschiedlichen Aktivitäten Spenden für unsere Projekte generiert. Rebecca war selbst vor sieben Jahren für fünf Monate in Nepal und hat damals als Volunteer für SGCP gearbeitet. Im Dezember 2016 konnte sich Silke aus dem Sahaya-Vorstand ebenfalls selbst ein Bild über die Arbeit in den SGCP-Projekten machen. Mehr Informationen findest du auch auf der Webseite von SGCP.

„In Nepal gibt es unglaublich viele Kinder mit dieser Behinderung, die sich sehr unterschiedlich äussert. Die Betroffenen können nicht laufen, nicht sprechen, haben epileptische Anfälle, Spastiken und weitere Beschwerden. Die Arbeit der Physiotherapeuten, Logopäden etc. hat mich sehr beeindruckt und ich habe die Kinder und das Land sehr ins Herz geschlossen. Die Mitarbeiter vor Ort leisten unglaubliche Arbeit! Kinder werden behandelt, Familien über die Krankheit aufgeklärt, auch in die Behandlung mit einbezogen. Sie bekommen Tipps für den Alltag und, wenn möglich, werden mit einfachsten Mitteln Hilfsmittel für die Kinder hergestellt (z.B. spezielle Stühle, damit die Kinder überhaupt sitzen können). Ich habe damals beschlossen dieser Organisation zu helfen! Basu bekam von uns die Chance als Homevisitor (Physiotherapeut, der Hausbesuche macht) in Kathmandu zu arbeiten. Wir finanzierten ihm eine 6-monatige Ausbildung und seitdem besucht er 6 Tage die Woche Kinder, die von ihm behandelt werden. Außerdem finanzieren wir sein monatliches Gehalt (ca.65,-Eur/Monat), die Krankenversicherung und regelmäßige Fortbildungen.“ (Rebecca)

rebecca2016

 

Bis 2016 hat Rebecca als Privatperson alleine Spenden gesammelt und konnte so oft nur ganz knapp das Geld für Basus Gehalt zusammenkriegen. Wir sind begeistert von ihrem großartigen Einsatz und haben uns daher 2016 entschlossen, ihr Projekt als Sahaya-Projekt aufzunehmen. Rebecca steht in engem Kontakt zur Organisation und so können wir auch hier garantieren, dass das Geld wirklich dort ankommt wo es benötigt wird. Ab sofort kannst du dieses Projekt ebenfalls mit deiner Spende unterstützen:

 

Kontoinhaber: Sahaya – Hilfe für Nepal e.V.
BIC: GENODEF1SLR
IBAN: DE36830654080004746481
Kreditinstitut: VR-Bank Altenburger Land / Deutsche Skatbank
Verwendungszweck: SGCP

Was ist zerebrale Kinderlähmung eigentlich?

Zerebrale Kinderlähmung ist eine frühkindliche Hirnschädigung. Sie wird z.B. durch Sauerstoffmangel vor, während oder nach der Geburt ausgelöst. Weitere Ursachen können Infektionskrankheiten, Medikamente, Alkohol, Kohlenstoffmonoxid und Hirnblutungen sein. Die Erkrankten leiden an Störungen des Nervensystems und der Muskulatur. Dabei entstehen geistige und/oder körperliche Behinderungen. In Nepal gibt es Schätzungen zufolge rund 60.000 bis 80.000 an zerebraler Kinderlähmung erkrankte Personen.
In ländlichen Gebieten werden nur 36% der Geburten von Fachpersonal betreut und nur 50% der Schwangeren haben die Möglichkeit zur Schwangerschaftsvorsorge zu gehen. Viele Frauen sind nicht über Gesundheitsvorsorge in der Schwangerschaft aufgeklärt. Sie arbeiten hart und achten nicht auf Risiken von Medikamenten und Alkohol. Die Menstruation und Geburt wird aufgrund des Blutes kulturell noch in vielen Gegenden als unrein angesehen. Frauen dürfen während dieser Zeit das Haus nicht betreten. Deshalb müssen sie die Geburt und die Tage danach im Kuhstall oder gar draußen verbringen. So ist nicht nur die Geburt selbst, sondern auch die unhygienische Umgebung ein hoher Risikofaktor für Mutter und Kind. Behinderung jeder Art gelten mancherorts noch als Strafe der Götter. Es heißt, wer mit diesen Menschen in Kontakt kommt, sich um sie kümmert oder sie beherbergt, verschafft sich selbst ein schlechtes Karma – und somit ungünstige Voraussetzungen für die nächste Wiedergeburt. Sie werden deshalb häufig versteckt und als Schande wahrgenommen.

 

Kommentare sind geschlossen