Erdbeben in Nepal

Am Samstag, den 25. April 2015, erschütterte ein schweres Erdbeben der Stärke 7,9 Nepal und forderte viele tausende Opfer. Die Situation der Menschen wurde in den darauffolgenden Tagen durch mehrere Nachbeben verschlimmert. Am 12. Mai gab es ein weiteres großes Beben der Stärke 7,3. Wir wollten den Betroffenen schnell helfen und haben deshalb gemeinsam mit Luftfahrt ohne Grenzen, Nepali Samaj sowie der Foster Foundation schnelle Hilfe organisiert. Mittlerweile ist dieses Projekt abgeschlossen. Auf dieser Seite findest du Informationen, was dank der großzügigen Spenden erreicht werden konnte.

Situation unserer Pflegefamilie direkt nach dem Erdbeben

Mit großer Dankbarkeit haben wir kurz nach dem Beben erfahren, dass es trotz der schlimmen Situation allen Angehörigen unserer Pflegefamilie soweit gut ging. Die Eltern sowie ihre älteste Tochter waren zum Zeitpunkt des ersten Bebens in Kathmandu. Einige persönliche Gegenstände, darunter ein Laptop, mussten sie im einstürzenden Hotel zurücklassen. Mutter Rekha wurde zudem leicht verletzt. Zwei Tage und Nächte haben die Eltern daraufhin in Kathmandu im Freien verbracht, getrennt vom Rest der Familie. Drei Tage nach dem Beben konnten sie schließlich den Bus zurück nach Pokhara nehmen. Bei dem zweiten Beben ist niemand aus der Familie zu Schaden gekommen. Alle Familienmitglieder schliefen noch Wochen nach dem Erdbeben auf dem Boden im Erdgeschoss, um bei größeren Beben schnell ins Freie gelangen zu können. Die Angst vor weiteren Beben blieb monatelang groß. Jedoch hat sich das Leben unserer Pflegefamilie mittlerweile wieder normalisiert.

Soforthilfe mit Luftfahrt ohne Grenzen und Nepali Samaj

Direkt nach dem ersten Erdbeben am 25. April haben wir uns mit dem Verein Nepali Samaj e.V. zusammen getan und gemeinsam mit Wings of Help – Luftfahrt ohne Grenzen e.V. Hilfe für die Betroffenen nach dem Erdbeben in Nepal organisiert. Unterstützt wurde diese Aktion auch vom General- und Honorarkonsul von Nepal, Herrn Bodo Krüger. Unser gemeinsames Anliegen war es, Hilfe zu leisten, die dort ankommt, wo sie benötigt wird. Unsere Rolle als Sahaya bestand vor allem darin, den gemeinsamen Spendenaufruf zu unterstützen. Dafür wurden von unserer Seite keine Spendengelder eingesetzt, sondern lediglich die Soforthilfe von LOG kommuniziert. Zunächst war geplant, einen Hilfsflug mit dringend benötigten Hilfsgütern nach Nepal zu schicken. Diese Aufgabe wurde nach Aussage von LOG vor allem durch die Tatsache erschwert, dass es nach dem Erdbeben in Nepal keine gute Koordination der Hilfsmaßnahmen von Seiten der Regierung gab. Schließlich beschloss die nepalesische Regierung im Mai 2015, Zölle auf Hilfsgüter zu erheben. Zu dieser Zeit war Shiva Adhikari von Nepali Samaj e.V. persönlich in Kathmandu. Aufgrund der angesprochenen Schwierigkeiten beim Senden von Hilfsgütern nach Nepal wurde daher beschlossen, das Geld direkt vor Ort einzusetzen. Unter anderem wurden von den Spendengeldern feste Unterkünfte für Familien erworben, deren Häuser bei dem Erdbeben eingestürzt sind. Auch Sanitäranlagen wurden gebaut, um die Hygiene und damit die Gesundheit der Menschen zu gewährleisten. LOG möchte außerdem einige langfristigere Projekte im Bereich Medizin / Hygiene mit den Spendengeldern unterstützen. Informationen dazu finden sich auch auf der Seite von LOG.

Nachhaltige Hilfe mit unserer Partnerorganisation vor Ort

Uns war außerdem von Anfang an klar: Auch wir von Sahaya wollen eigene Projekte vor Ort zusammen mit unserer Partnerorganisation starten. Dafür brauchten wir etwas Vorlaufzeit, um uns zu organisieren und vor allem auch mit unserem Projektkoordinator und Pflegevater Dan Bahadur in Nepal abzustimmen. Dieser wiederum hat sich in den ersten Tagen und Wochen nach dem Beben selbst in einigen Dörfern einen Überblick über die Situation verschafft.

Dank vieler Spenden konnten wir in drei betroffenen Dörfern in Dhading sehr direkte und schnelle Hilfe leisten. Hier wohnen Menschen, die normalerweise keine Hilfe erwarten können: Angehörigen der niedrigsten Kasten, der sogenannten „Unberührbaren“, der Chepang und Dalit. Unsere Zusammenarbeit hierbei klappte super: Bereits im Mai 2015 konnten so dringend benötigte Lebensmittel, Babynahrung und Zeltplanen an die drei Dörfer geliefert werden. Mit dieser Hilfsaktion haben wir über 500 Menschen, unter ihnen viele Kinder und schwangere Frauen, erreicht.

Im nächsten Schritt konnten wir dort im Juni 2015 zwei komplett zerstörte Grundschulen wieder aufbauen. Die “provisorische” Bauweise mit lokalem Bambus und Wellblech erwies sich auch für die Monsunzeit als so stabil, dass sogar nepalesische Medien über dieses Vorzeigeprojekt berichteten. Zusätzlich dazu statteten wir die beiden von uns gebauten sowie eine weitere Schule mit Tafeln und Schreibmaterialien aus. Seitdem konnten noch einmal Lebensmittel geliefert werden.

Wir möchten an dieser Stelle noch einmal allen Spendern danken, die diese schnelle Hilfe für die Erdbebenopfer ermöglicht haben.

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