Pflege- & Patenkinder

Von der Pflegefamilie zu individuellen Patenschaften

2010 – 2019: Unsere Pflegefamilie mit 14 Pflegekinder

Alles begann mit der Idee von Dhan Bahadur und Rekha in Not geratenen Kindern eine neue, richtige Familie mit liebenden Eltern und guter Schulbildung zu bieten. Zusätzlich zu ihren drei eigenen Kindern hat das nepalesische Ehepaar im Jahr 2010 insgesamt 14 Pflegekinder aufgenommen. Die Pflegekinder kommen aus unterschiedlichen, teils entlegenen Gebieten Nepals. Auch wenn jedes der Kinder seine eigene Geschichte mitbringt, ist die Situation in den Herkunftsfamilien sehr ähnlich: Fast alle Kinder sind Halbwaisen und kommen aus sehr armen Verhältnissen, so dass es dem verbliebenen Elternteil nicht möglich war, die eigenen Kinder zu ernähren, geschweige denn zur Schule zu schicken. Von 2010 bis 2018 lebten schließlich unsere 14 Pflegekinder bei DB und Rheka in Pokhara. Dieses Konzept der Pflegefamilie ist in Nepal einzigartig und die Arbeit von DB und Rheka wurde mehrfach ausgezeichnet und vom Familienministerium gelobt.

Seit 2018: Individuelle Patenschaften

Im Jahr 2018 trat in Nepal ein neues Gesetz in Kraft. Dieses Gesetz besagt, dass Kinder, die noch lebende Familienangehörige haben und dennoch in Waisenhäusern oder Pflegefamilien leben, wieder in ihre Herkunftsfamilie integriert werden müssen. Grundsätzlich ist die Intention des neuen Gesetzes sehr gut, dass arme Kinder besser in ihrem gewohnten Umfeld unterstützt werden sollen. Allerdings sind die Lebensumstände der Familien unserer Pflegekinder meist sehr schwierig. DB hat deshalb im Jahr 2018 alle Herkunftsfamilien besucht, um herauszufinden wie man unsere Pflegekinder wieder in ihrer Heimat integrieren kann. Oberste Priorität hatte dabei, dass die Pflegekinder weiterhin eine gute Bildung, ausreichende Gesundheitsversorgung, Essen sowie Unterkunft erhalten und nicht zuletzt, dass sie sich in ihrer neuen Umgebung auch wohl fühlen. Im Laufe des Jahres 2018 sind dann schließlich alle unsere 14 Kinder wieder zu ihren Herkunftsfamilien gezogen. Unsere 14 Pflegekinder leben nun in 6 unterschiedlichen Regionen. Manche leben in Internaten in der Nähe ihrer Familien, manche bei Verwandten wie Onkel, Tante oder Großeltern. Ein Teil der Kinder geht noch zur Schule und ein Teil macht eine Ausbildung. DB hat versucht für jedes Kind eine bestmögliche Lösung zu finden. Die Kinder besuchen DB und Rheka jedoch oft in den Ferien und wenn  möglich am Wochenende. DB und Rhekas Haus steht ihnen nach wie vor offen und DB hat ihr Haus nun liebevoll „Meet House“ getauft. Zusätzlich besucht DB die Kinder alle drei Monate in ihrem neuen Zuhause und ruft sie so oft wie möglich an. Alle 14 Pflegekinder werden auf diese Weise weiter durch Sahaya unterstützt bis sie auf eigenen Beinen stehen.

Pflegekinder & Patenkinder stellen sich vor

Im Folgenden möchten wir euch ein paar unserer Pflege- und Patenkinder vorstellen. Insgesamt unterstützen wir 14 Pflegekinder, die von 2010 bis 2019 in unserer Pflegefamilie gelebt haben und nun ganz individuelle Wege gehen. Zusätzlich unterstützen wir die drei leiblichen Kinder von DB und Rheka mit Patenschaften sowie das Patenkind Pranisha aus Pokhara. Ebenfalls finanzieren wir 44 Stipendien für Schulmaterial und Schulkleidung an unseren Projektschulen.

Pflegekind Hem lebt wieder bei seiner Herkunftsfamilie

Dhan Bahadur (3. von links) mit Hem (2. von links) im Mai 2018

Als Hems Mutter schwanger war, ging sein Vater nach Indien, um dort für seine Familie Geld zu verdienen. Leider verstarb er in Indien und die Familie blieb völlig mittellos zurück. Hems Mutter geriet in große Armut und konnte ihre drei Kinder nicht mehr versorgen. Rheka und Dhan Bahadur nahmen Hem deshalb 2010 auf und so konnte er sieben Jahre in der Pflegefamilie leben, bekam eine gute Schuldbildung, ausreichend Essen und medizinische Versorgung. Während der Zeit in der Pflegefamilie bliebt Hem stets mit seiner Mutter in Kontakt. Im Mai 2017 kehrte Hem wieder in sein Heimatdorf zurück. Hem besucht nun eine Privatschule, die 3 Stunden Fußmarsch vom Haus seiner Mutter entfernt ist. Er wohnt in einem eigenen Zimmer im Haus seiner Schwester. Das Haus ist direkt neben seiner neuen Schule. Seine leibliche Mutter besucht ihn jedes Wochenende.

Wir haben eine enge Beziehung zu allen unseren Pflegekindern und so war es von Anfang an klar, dass wir Hem auch in seiner neuen Lebenssituation in seinem Heimatdorf unterstützen werden. Sahaya bezahlt deshalb die Schulgebühren für Hem und unterstützt seine Familie bei den Kosten für Unterkunft, Lebensmittel und medizinische Versorgung. Dhan Bahadur ist in engem Kontakt mit Hem und besucht ihn regelmäßig. Hem freut sich, dass er wieder Kontakt zu seiner Familie hat.

Pflegekind Preyna wohnt jetzt in Kusma

Die Schule von Pflegekind Preyna

Bis Anfang 2019 hat Preyna noch in unserer Pflegefamilie in Pokhara gelebt. Wie bereits oben erklärt, hat das Jugendamt in Nepal eine neue Regelung erlassen, aufgrund derer unsere Pflegekinder wieder in ihre Heimatdörfer ziehen mussten. Deshalb ist Preyna 2019 wieder in ihre Heimat nach Kusma gezogen. Sie besucht dort nun den Principle of Sivalaya Campus. Dan Bahadur hat sich zuletzt im Mai 2019 mit dem Direktor der Schule getroffen, um Preynas Situation zu besprechen. Preyna wird von Sahaya unterstützt, in dem wir Schulgebühren sowie die Kosten für Essen und Medikamente bezahlen.

 

Pflegekind Maya absolviert ein Praktikum

Das ist Maya

Maya kam stammt aus der Region Myagdi und ist die älteste von drei Schwestern. Ihre alleinerziehende Mutter geriet in finanzielle Not und konnte die drei Töchter nicht mehr ausreichend ernähren. Bevor Rheka und Dhan Bahadur aufnahmen, lebte Maya bei Verwandten. Da aber auch diese in großer Armut lebten, wurde sie auch dort nicht ausreichend versorgt. Schließlich vermittelte das nepalesische Jugendamt Maya an Dhan Bahadur und Rheka, die fortan für sie sorgten und ihr eine gute Schulbildung, ausreichend Nahrung und medizinische Versorgung sowie ein liebevolles Umfeld boten. Bis 2018 lebte Maya gemeinsam mit unseren anderen Pflegekindern in unserer Pflegefamilie in Pokhara. Aber auch Maya musste im Rahmen der neuen Vorschrift des Jugendamtes wieder in ihr Heimatdorf ziehen. Pflegevater Dhan Bahadur hat alles in seiner Möglichkeit stehende dazu beigetragen, die neue Situation für Maya so gut wie möglich zu gestalten. Dhan Bahadur reiste dazu mehrfach in Mayas Dorf, um eine gute Lebensgrundlage für Maya zu schaffen. Sie absolviert im Sommer 2018 ein Praktikum in der Nähe ihres Heimatdorfes und möchte dort anschließend eine Ausbildung absolvieren. Maya hat große Freude an ihrem Praktikum und hofft, dass sie ihre Leidenschaft zum Beruf machen kann.

Patenkind Pranisha erhält Hilfe für Schulgebühren und Lernmaterial

Laxmi mit ihren beiden Kindern vor ihrem Kiosk

Im Juli 2015 besuchten Silke und Sabine Laxmi in Pokhara. Silke kennt sie bereits seit 2011. Laxmi betreibt einen Kiosk und einen Wäscheservice in Lakeside. Ihr Mann arbeitet als Trekking Guide und ist deshalb oft mehrere Wochen nicht zu Hause. Im Frühling 2015 kam ihr zweites Kind zur Welt. Leider war Laxmi während der Schwangerschaft sehr krank und so konnte ihr Mann sechs Monate lang nicht arbeiten, da er sich um seine Frau im Krankenhaus gekümmert hat. Nach der beschwerlichen Schwangerschaft sollte es endlich wieder bergauf gehen, doch kurz nach der Geburt wurde auch Laxmis Familie vom schweren Erdbeben getroffen. Zwar wurde kein Familienmitglied verletzt und ihr Kiosk blieb unbeschadet, aber seither bleiben die Touristen aus. Das bedeutet für Laxmi, dass sie mit ihrem kleinen Kiosk kein Geld mehr verdienen kann und ihr Mann keine Aufträge mehr als Bergführer erhält. Trotzdem müssen Miete, Lebensmittel und Schulgebühren bezahlt werden. Die Miete für ihren Shop hat sich in den letzten fünf Jahren um das sechsfache erhöht. Deshalb sorgt sich die kleine Familie, wie sie diese Kosten decken sollten.

Wir wollten Laxmi und ihrer Familie gerne helfen und suchten deshalb Paten, die die Kosten für die Schulbildung übernahmen. Bereits nach zwei Wochen konnten wir 50,- Euro pro Monat Spenden zusagen, bis es der Familie finanziell wieder besser geht. Damit sind die Kosten für die kleine Tochter Pranisha für den Schulbus, Schulessen, Schulgebühren und Lernmaterial abgedeckt.

Om Prasad BK besucht den Nawajagrit Multiple Campus

Om (2. von links) mit seiner Familie sowie Dan Bahadur (Im weißen Hemd)

Wie bereits an anderer Stelle erwähnt wurden unsere Pflegekinder nach und nach wieder in ihre Herkunftsfamilien integriert. So lebt nun auch Prem wieder bei seiner Mutter in Nayapol, nachdem er bis 2019 in unserer Pflegefamilie in Pokhara gelebt hatte. Jeden morgen fährt Prem rund 20 Minuten mit dem Bus zum Nawajagrit Multiple Campus. Wir unterstützen Om, damit er weiter zur Schule gehen kann, ausreichend Essen und medizinische Versorgung hat und versuchen ihm ein stabiles Umfeld in seiner Familie zu schaffen. Da Oms Heimatdorf nicht weit von Pokhara entfernt ist, kommt er vor allem an Feiertagen und in den Ferien oft zu DB und Rheka nach Pokhara zu Besuch.

Patenkind Chhitij studiert Hotelmanagement

Übergabe einer Hilfslieferung für Erdbeben Opfer (Chhitij im Bild ganz rechts)

Chhitij ist der Sohn von Dan Bahadur und Rheka und er ist ein ganz außergewöhnlicher junger Mann. Bereits mit 16 Jahren gründete er im Jahr 2013 sein eigenes kleines Reisebüro in Pokhara, das er neben der Schule bis heute betreibt. Nach Abschluss seiner Hochschulreife begann er 2016 mit seinem Bachelor Studium mit Fachrichtung „Hotel und Gastgewerbe“. Das Studium dauert acht Semester. Zusätzlich zu seinem Studium und seinem Reisebüro, engagiert er sich ehrenamtlich für die Hilfsprojekte von Sahaya. Nach den Erdbeben im Jahr 2015 fuhr er gemeinsam mit Dan Bahadur in die betroffenen Gebiete, um lebensnotwendige Hilfsgüter auszuliefern. Er berichtete uns damals, wie tief ihn diese Erfahrung berührt hat. Mit seiner fröhlichen und herzlichen Art ist er aber vor allem für unsere Pflegekinder ein ganz  toller großer Bruder.

Derzeit studiert Chhitij am Pokhara Lincoln International College den Bachelor Studiengang „Hotel- und Gastgewerbe“. Das Studium dauert insgesamt acht Semester. Die Hochschule gehört zu den besten Hochschulen in Pokhara und hat einen ausgezeichneten Ruf. Chhitij ist bei Professoren und Mitschülern sehr beliebt und wird immer wieder für sein außergewöhnliches Engagement, sein Talent und vor allem für seine fröhliche Art gelobt. Das Studium kostet 150 € pro Monat. Die Einnahmen aus seinem Reisebüro reichen nicht aus, um die Studiengebühren zu bezahlen und deshalb helfen wir ihm mit einer Patenschaft für sein Studium. Chhitij denkt bei seiner Ausbildung jedoch nicht nur an seinen eigenen Erfolg, sondern sieht darin auch eine Chance seine Familie in Zukunft finanziell zu unterstützen. Für uns von Sahaya ist vor allem nachhaltige Hilfe sehr wichtig. Mit der Investition in eine gute Ausbildung legen wir den Grundstein für eine selbstständige und unabhängige Zukunft für Chhitij.

Pflegekind Santosh braucht viel Unterstützung in Chitwan

Dan Bahadur mit den Kindern aus dem Dorf von Santosh

Santosh ist unser jüngstes Pflegekind und hat bis Ende 2018 noch bei Dan Bahadur und Rheka in unserer Pflegefamilie in Pokhara gelebt. Auch er musste aufgrund der neuen gesetzlichen Regelung wieder in sein Heimatdorf ziehen. Seine Heimat ist eine sehr arme Gegend in Chitwan. Dort leben rund 15 Familien, die ihren Alltag unter schlimmen Umständen bestreiten. Es gibt dort nicht einmal eine Toilette und die Kinder gehen teilweise auch nicht zur Schule. Wir haben noch keine Lösung gefunden, wie man dort nachhaltig helfen kann. Dan Bahadur hat dem Ältestenrat der Familien aufgetragen Vorschläge auszuarbeiten, wie sie mit unserer Hilfe ihre Situation langfrisitg verbessern können. Beim nächsten Besuch wird Dan Bahadur die Vorschläge mit den Familien besprechen.

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Verwendungszweck: Pflege- und Patenkinder
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