Neue Verfassung in Nepal bringt Schwierigkeiten mit sich

Neue Verfassung in Nepal bringt Schwierigkeiten mit sich

Im September 2015 ist in Nepal nach langen Jahren endlich eine neue Verfassung in Kraft getreten. Dies ist ein großer Schritt für das Land, der jedoch zunächst zu großen Schwierigkeiten geführt hat.

Wir haben euch hier Auszüge aus dem News-Archiv der ARD zusammengestellt (unter https://www.tagesschau.de/ausland/nepal-443.html und https://www.tagesschau.de/ausland/nepal-blockade-101.html).

Seit dem Sturz der Monarchie gab es in Nepal keine Verfassung, jetzt soll das Land eine föderale und säkulare Republik werden. Nicht zuletzt das schwere Erdbeben hat den Prozess nun beschleunigt. Doch viele sind unzufrieden mit dem Ergebnis.

Über zwei Jahrhunderte war Nepal eine hinduistische Monarchie. Die Maoisten schafften sie im Jahr 2008 ab, nach zehn Jahren Bürgerkrieg. Seitdem waren die regierenden Politiker zerstritten und hätten, in der Notsituation nach den Erdbeben, jetzt übereilt die Verfassung verkündet, sagt der Chefredakteur der Tageszeitung „Annapurna Post“: „Sie haben eine Verfassung vorgelegt, die noch unvollständig ist. […]“

Normalerweise bekommt Nepal sein Benzin aus Indien. Doch im Moment kommt nichts an. Warum – darüber gehen die Meinungen auseinander. Klar ist nur: Der Protest einer Minderheit gegen die neue Verfassung spielt eine wichtige Rolle.

Seit vier Wochen ist Nepal praktisch abgeschnitten von Benzin- und Gaslieferungen, die sonst zu hundert Prozent aus Indien kommen. Aber die Tanklaster hängen an der Grenze fest, deshalb sind in Kathmandu die Straßen weitgehend leer. […]

Die Schulen haben geschlossen, die meisten Behörden auch. Einigen Restaurants ist das Kochgas ausgegangen. Die Preise für Lebensmittel haben sich vervielfacht. Auch der Wiederaufbau nach dem schweren Erdbeben stockt, weil es an Diesel für die Lastwagen sowie an Baumaterialien fehlt, die ebenfalls über Indien importiert werden. Einige Touristengruppen haben zudem ihre Reisen nach Nepal storniert.

Was bedeutet das für uns, unsere Projekte und die Menschen, die wir unterstützen?

Ob nun Nepal oder Indien schuld an der Blockade sind, ist zurzeit noch nicht geklärt – wie so häufig werden Schuldzuweisungen hin- und hergeschoben oder dementiert.

Fakt ist aber: Für die nepalesische Bevölkerung wird alles teurer und/oder knapp.

Benzin ist scheinbar so gut wie gar nicht mehr zu erwerben. Dies betrifft auch unsere Pflegefamilie. Es gibt in Pokhara für sie keine Möglichkeit mehr, wie üblich mit Gas zu kochen – sondern mit Holz und auf einer improvisierten „Außenkochstelle“ hinter dem Haus.

Auch Lebensmittel haben sich drastisch verteuert: Während ein Kilogramm Linsen um die 180 nepalesische Rupien gekostet hat, muss die Familie nun über nepalesische 260 Rupien zahlen – eine Verteuerung um knapp die Hälfte in sehr kurzer Zeit und zwar, nachdem Preisanstiege nach dem Erdbeben ohnehin schon an der Tagesordnung waren.

Wir von Sahaya – Hilfe für Nepal e.V. haben beschlossen, ab sofort die monatliche Unterstützung bis auf weiteres zu erhöhen und stehen mit der Foster Foundation im fast täglichen Kontakt, um unsere Hilfe (und unser Budget) an die neue Situation anzupassen.

Noch wissen wir nicht, wieviel finanzielle Unterstützung die Pflegefamilie ab sofort monatlich benötigen wird und wie lange wir ihnen diese versprechen können. Wir wissen jedoch, das jedes bisschen Unterstützung hilfreich ist!

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